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Unternehmensberatung: CHINA SPEZIAL Teil 3

Voraussetzungen für Erfolg in China

Xinjiang - Urumqi

Mount Tian Shan, 2007

In Europa und den USA findet man viele Vorurteile über China, die sich, wenn man längere Zeit im Land gelebt und gearbeitet hat (und in meinem Fall waren das über sieben Jahre), als großteils falsch herausstellen.

In diesem "China Spezial" will ich einige dieser Themen beleuchten, die für Wirtschaftstreibende aus Europa bei ihren Aktivitäten in China zu einer verhängnisvollen Falle oder zu einer Ursache von Problemen werden können.

Im dritten Teil über den Umgang mit Partnern, Politik und Medien, die Prinzipien 'GuanXi' und 'La Gou' bzw. 'Gesichtsverlust' und 'Gesicht-geben'.

Politik und Medien

Kontakt mit Politik pflegen

Basis Chinesisch Kenntnisse öffnen die Türen

Der Umgang mit Wirtschaftspartnern, Medien und Politik in China erfordert viel Fingerspitzengefühl und gegenseitiges Verständnis. Ist das aber vorhanden, kann Kooperation gelingen. Ost und West kann hier viel voneinander lernnen. Für den Aufbau gegenseitigen Vertrauens mus viel Zeit aufgewendet werden - häufig mit Essen verbunden. Wer die Zeit dafür nicht hat, hat schon verloren.

Sich dabei mit den lokalen Gepflogenheiten vorher vertraut zu machen, wird häufig übersehen. Aber wenn dieses Vertrauen einmal erarbeitet ist, kann man darauf bauen, wird aber auch gefordert. Die wohl häufigste Ursache für Probleme sind zu wenig Zuhören und fälschlichereweise ein 'Ja' des Partners zu verstehen, obwohl dieser nur gemeint hat 'Ja, das Problem habe ich verstanden, aber ....'

Es gibt in China eine ungeheure Vielfalt an lokalen, regionalen und überregionalen Medien, mit denen man gut zusammenarbeiten kann.

Und letzendlich die wohl gravierndste Ursache für das Scheitern einer Partnerschaft in China ist es, dem Partner einen Gesichtsverlust - besonders vor anderen Menschen - zu verursachen. Das Gute dran ist aber, daß es zu einer Art von 'Wiedergutmachung" auch so etwas wie 'Gesicht-geben' gibt. Ein Beispiel: In Verhandlungen machen Sie ein Zugeständnis, Ihr Partner berichtet das seinem Chef und in der nächsten Verhandlung mit diesem Entscheider beteuern Sie, das so nie gesagt zu haben. Der erste Verhandler wird möglicherweise mit Ihnen kein Wort mehr reden. - Oder aber der Chef des ersten Verhandlers glaubt seinem Mitarbeiter, dann aber haben SIE Ihr Gesicht verloren und man wird Sie nicht mehr ernst nehmen, wenn überhaupt jemals wieder mit Ihnen reden.

Wie Sie mit diesen sehr komplexen Beziehungsthemen umgehen können, erläutern wir Ihnen auch gerne in unserer Beratung.

Chinas 'GuanXi' und 'LaGou'

Bekanntschft mit Bevölkerung

'Besuche uns einmal' wird ernst genommen.

Der Begriff des GuanXi - als Freundschaften und Netzwerke verstanden - ist mittlerweile auch im Westen schon sehr gut bekannt. Dabei die Grenze zwischen Erlaubtem und Unerlaubtem einzuhalten ist nicht immer einfach aber möglich.

Schon weniger bekannt im Westen ist die enorme Bedeutung eines Versprechens in China, insbesondere wenn es durch ein 'La Gou' im Sinne von 'Versprochen ist versprochen und wird in hundert Jahren nicht gebrochen' besiegelt wird. Solch ein Versprechen ist mehr Wert als eine Unterschrift oder ein Stempel. Auf ein solches Verprechen - auch in kleinen Dingen - zu 'vergessen' kann äußerst problematisch werden. Sowohl im geschäftlichen alsauch im privaten Bereich.

Auch diese Themen sind Teil unserer interkulturellen Vorbereitung. Die Beispiele unserer Erfahrungen werden Sie amusieren aber auch wachrütteln.

Weitere Themen

IPR und Konferenzen

Ein Vorteil im Westen, das sich als immer gefährlicher herausstellt, ist jenes betreffend IPR Verletzungen. Seitdem die Wirtschaft in China sich entwickelt hat und es lokale Marktteilnehmer auch als störend empfinden, wenn ihre IPRs von anderen lokalen Marktteilnehmern verletzt werden, entwickelt sich auch eine lokale Lobby für den Schutz von IPRs.

Und andererseits wird oft übersehen, dass Chinas Forschung und Entwicklung mittlerweile auf einem so hohen Stand ist, daß 'Nachbauen' oder IPR Verletzungen nicht mehr notwendig sind. Im Gegenteil: Die Statistiken über Patentanmeldungen zeigen ein fast exponentielles Wachstum chinesischer Patente bei vergleichbar gleichbleibenden oder allenfalls leicht steigenden Patentanmeldungen in den USA und Europa. Und wenn Unternehmen ihre Patente in China nicht anmelden, laufen sie selbst Gefahr, zu Verletzern chinesischer Patente zu werden.

Dennoch beraten wir Sie auch gerne, wie Sie Ihre IPRs in China besser schützen können. - Methoden dazu gibt es einige.

Wir hoffen, mit diesen drei Teilen des China Spezial einen kurzen - wenn auch viel zu kurzen - Aufriss über einige Probleme der wirtschaftlichen Betätigung in China gegeben zu haben.
Mehr darüber bald in dem Buch: "Sieben Jahre Leben und Arbeiten in China. Erfahrungen und Erkenntnisse für eine bessere Zusammenarbeit"

Klarstellung

Diese Hinweise sollen keine simple China Kritik sein; ich habe in den letzten Jahrzehnten dieses Land und seine Leute kennen und schätzen gelernt. Nichtsdestoweniger ist Wirtschaft auch ein Kampf und Mitbewerber sind auch "Gegner" und wie wir vom großen chinesischen Strategen Sunzi wissen: "Wenn du den Gegner und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten". Und dieses Wissen um die Verhältnisse kann durchaus auch ein Beitrag zu einer "harmonischen" Wrtschaftsentwicklung sein, zu der wir mit unserer Beratung auch beitragen wollen.

Letzte Änderung am Freitag, 24. Juli 2015.